6. August 2022
Hamburg

109 ausgesetzte Tiere und kein Ende in Sicht

HTV sieht düsterer Sommerferien-Bilanz entgegen

Diese Katzenwelpen wurden zusammen mit dem Muttertier in einem Karton ausgesetzt Foto: HTV

HAMBURG Bereits vor den Sommerferien schlug der Hamburger Tierschutzverein (HTV) Alarm und bereitete sich auf die alljährliche Aussetzungswelle von Tieren im Zuge der Sommerferien vor.

Bereits zur Hälfte der Sommerferien (Stand: 28. Juli) zieht der HTV eine düstere Bilanz: Seit dem 7. Juli wurden 109 Tiere mutmaßlich ausgesetzt – darunter acht Hunde, 38 Katzen, 21 Kaninchen und 17 exotische Vögel wie Wellensittiche oder Kanarienvögel. Unter diesen Aussetzungen befinden sich auch Tiere, die ganz offensichtlich einem ungewissen, lebensbedrohlichen Schicksal überlassen oder gar zum Sterben ausgesetzt wurden.

Ein junger Zwergspitz wurde an ein Fahrrad gebunden in Barmbek aufgefunden. Zwei Wellensittiche wurden zusammen mit ihrem Futter in einer Box vor einem Wohnhaus auf St. Pauli sich selbst überlassen, vier Ziertauben in einem Karton vor einem Horner Discounter abgestellt. Auch eine Schildkröte wurde gemeinsam mit einem Aquarium voller Fische in einem Innenhof in Stellingen abgestellt und ihrem Schicksal überlassen.

Drei weiße Zwergkaninchen wurden vor dem Nebeneingang des HTV in einem Karton ausgesetzt und von einem Mitarbeiter entdeckt. Die drei waren erst etwa drei Wochen alt. Trotz intensiver Versuche der Tierpfleger/-innen, die Jungtiere aufzupäppeln, verschlechterte sich ihr Zustand rapide. Es zeigten sich typische Symptome der Kaninchen-Seuche, woraufhin eines der Kaninchen verstarb und die anderen beiden nur noch erlöst werden konnten.

Eine Langhaar-Mischlings-Katze wurde in Hausbruch in einem Karton im Park gemeinsam mit ihren zwei Welpen gefunden. Obwohl sie zunächst einen munteren, wenn auch geschwächten Eindruck machte, baute sie sehr schnell gesundheitlich ab und musste euthanasiert werden. Dasselbe Schicksal ereilte ihrem schwarzen Katzenwelpen, das ebenfalls nur noch erlöst werden konnte.

In Rahlstedt gefunden

Vier Katzenwelpen wurden in Rahlstedt beim Kriegerdenkmal an der Remstedtstraße in einer Transportbox gefunden und zum HTV gebracht. Ihr schlechter Zustand verrät, dass die gerade einmal acht Wochen alten Katzenwelpen in ihrem Leben noch nie eine Tierarztpraxis gesehen haben und sich selbst überlassen wurden.

Wer Zeugenaussagen zu den genannten Fällen machen kann, wendet sich montags und mittwochs von 10 bis 14 Uhr an die HTV-Tierschutzberatung unter T 211 106 25

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