16. Januar 2021
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„Dieser Standort ist absolut ungeeignet“

Tim Batzer, Geschäftsführer von Werner Batzer Tief- und Straßenbau (li.) und Nils Hartwig, Geschäftsführer der Hartwig GmbH Foto: cc

„Wir befürchten, dass im Kulemannstieg noch weitaus größere verkehrliche Probleme auftreten, als im Krähenweg in Niendorf“, sagt Tim Batzer, Geschäftsführer von Werner Batzer Tief- und Straßenbau.

Seine Firma ist seit 1968 im Kulemannstieg 35 ansässig. 1994 übernahm er die GmbH von seinem Vater. Das Grundstück sei nicht groß genug, um Aufstell- und Stauzonen auf dem Gelände anzulegen. Der Verkehr würde sich daher ähnlich wie im Krähenweg auf der Straße aufstauen, so Batzer in einem Brief an das Bezirksamt Eimsbüttel, der dem Niendorfer Wochenblatt vorliegt.

Der Kulemannstieg ist eine kleine Sackgasse im Gewerbegebiet von Schnelsen

Gemeinsam mit 18 weiteren im Kulemannstieg und in Flagentwiet ansässigen Firmen spricht sich Batzer dafür aus, die Planungen für den Recyclinghof im Kulemannstieg abzubrechen. „Dieser Standort ist absolut ungeeignet“, so der Geschäftsmann und seine Mitstreiter.Weiter führt er aus: „Im Kulemannstieg gibt es regelmäßigen LKW-Verkehr, bei Anlieferungen kommt es (schon jetzt – Anm. der Red.) immer wieder zu Situationen, in denen LKW eine Zeitlang auf der Straße halten oder warten müssen.“ Außerdem sei der Kulemannstieg eine Sackgasse, der Verkehr könne nicht (wie im Krähenweg) in eine Richtung abfließen, so der Wortlaut.

Auf Nachfrage des Niendorfer Wochenblatts weist Tim Batzer auch darauf hin, dass dieser Recyclinghof der einzige in Eimsbüttel ist und kurz vor der Grenze zu Schleswig Holstein keineswegs zentral gelegen wäre.

„Weitere mögliche Standorte gibt es aktuell nicht“ (Kay Goetze, Sprecher der Stadtreinigung Hamburg). „Die Größe der Fläche ist entscheidend, da wir nur mit ausreichend Platz unsere Dienstleistungen ohne Einschränkungen anbieten können“, erklärt dagegen Kay Goetze, Sprecher der Stadtreinigung Hamburg. „Eine größere Fläche ermöglicht uns zum Beispiel die Trennung der Verkehrswege zwischen Kunden und Betriebsfahrzeugen.“ Ein weiterer Vorteil sei die Lage in einem Gewerbegebiet ohne Sackgasse und somit kein Durchgangsverkehr. Der Neubau könnte außerdem nach neuesten energetischen Vorgaben entstehen, so Goetze. „Wir sind seit längerer Zeit auf der Suche nach einem Ersatzgrundstück für den Recyclinghof Krähenweg. Weitere mögliche Standorte gibt es aber aktuell nicht.“

Die Bauvoranfrage wurde beim Bezirkskamt Eimsbüttel eingereicht. In diesem Verfahren wird geklärt werden, ob und wie dort ein möglicher Recyclinghof entstehen kann. Das Bezirksamt Eimsbüttel entscheidet zunächst über die Bauvoranfrage. Erst bei positivem Bescheid wird ein Genehmigungsverfahren nach §4 des deutschen Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BlmSchG) bei der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) eingeleitet. Die Fläche wurde der Stadtreinigung vom LIG (Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen) angeboten. cc

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