2. Januar 2021
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Denk an Dich!

Mit Fotografie und viel Zeit geht Maiken Wetzels in sich Foto: privat

„Die Möglichkeiten sich mit anderen zu verbinden und sich abzulenken sind stark beschränkt. Wie eine ungefragt, verschriebene Ruhe, die einen zwingt, sich mit sich selber auseinander zu setzen“, bilanziert Maiken Wetzels die letzten Monate.

Doch: „Wie fast immer im Leben eröffnet jede vermeintliche Einschränkung neue Möglichkeiten und Wege, die man sonst nicht gegangen wäre“, sagt die Niendorfer Künstlerin.

Um die neu gewonnene Zeit im Lockdown zu füllen, hat sie jeden Tag ihre Gedanken aufgeschrieben und war täglich auf neuen Routen unterwegs, auf denen sie detailliert auch kleinste Veränderungen wahrgenommen hat wie leere Regale, müde Gesichter oder neue Verhaltensmuster: „Ich habe so genau wie möglich beschrieben und fotografisch festgehalten wie es sich anfühlt.“ Diese persönlichen Eindrücke hat sie mit ihren Freunden geteilt.

Dieses Ritual gibt Maiken Wetzels Kraft, sich zu sortieren und ermöglicht ihr „eine leicht distanzierte Sicht auf diese verrückte Situation.“ Die Künstlerin empfiehlt, sich ein Foto pro Tag vorzunehmen, das einen Moment des Tages festhält und dazu ein paar Gedanken niederzuschreiben: „Es ist spannend zu sehen, wie sich die Wahrnehmung durch diese Brille ändert, durch die man versucht möglichst genau zu beschreiben wie man fühlt und was man wahrnimmt. Am besten funktioniert das mit einem Glas Wein, guter Musik und ausreichend Zeit.“ mf

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