23. Januar 2021
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Betreuungssituation in den Kitas

Das Spielen in der Kita ist jetzt nur noch für wenige Kinder möglich

Sofern es möglich ist, müssen Eltern ihre Kita-Kinder zu Hause betreuen. Ab Montag sehen die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nur noch eine Notbetreuung in den Kitas vor. Damit ist der bisherige eingeschränkte Regelbetrieb eingestellt. Die Kitas und Eltern hatten mit diesem Angebot gute Erfahrungen gemacht.

„Es ist uns wichtig, dass die Eltern keine Bittsteller sind“, betonte Dorothea Held-Samsche, Leiterin der ASB Kita Burgwedel in Schnelsen: „Wer einen Platz benötigt, bekommt ihn auch“, sagte sie noch letzte Woche, als die Corona-Maßnahmen noch keine Notbetreuung vorsahen. „Wir haben die familiären Situationen im Blick und halten beispielsweise auch telefonisch Kontakt zu den Eltern, die ihre Kinder zu Hause lassen.“ Da die Erzieher keine Kurzarbeit haben, sei die Betreuungssituation zudem relativ entspannt, so Held-Samsche: „Positiv ist zudem, dass es aktuell vergleichsweise wenig Erkältungserkrankungen in der Einrichtung gibt.“

Herausfordernde Zeiten auch für die Kitas meint Philip Noß, Projektleiter der „Käptn Kaninchen“-Kitas Foto: kh

Die Situation bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Philip Noß, Projektleiter der „Käptn Kaninchen“-Kitas in Schnelsen, Lokstedt und Niendorf meint dazu: „Die Kinder vermissen ihre Freunde, viele Ausflüge können nicht stattfinden.“ Auch die wichtige direkte persönliche Kommunikation mit den Eltern oder der pädagogischen Fachkräfte untereinander sei erschwert. „Glücklicherweise haben die Eltern die Maßnahmen bislang mitgetragen und sich verständnisvoll gezeigt.“ In den letzten Wochen wurden circa 35 bis 40 Prozent der Kinder betreut, die Krippen waren etwas stärker belegt als die Elementargruppen.

Ähnlich sah es auch in der Niendorfer Kita „Die Moor-Rüben“ der Rudolf-Ballin-Stiftung aus: „Wir haben täglich zwischen 40 und 70 Kinder und damit maximal die Hälfte“, erzählt die Kita-Leiterin Katja Dittrich. „Einerseits bleibt mehr Zeit für einzelne Kinder und auch für Organisatorisches“, so Dittrich. Andererseits solle aber nicht vergessen werden, dass die Erzieher tagtäglich einem großen Infektionsrisiko mit vielen direkten Kontakten (ohne Maske) ausgesetzt seien, was für viele eine Belastung darstelle. „Gerade jetzt zeigt sich wieder die fehlende Lobby die Erzieher, die beispielsweise im Vergleich zum Pflegepersonal nur wenig Anerkennung erhalten.“ Ob und wie sich die Situation in der Notbetreuung verändert, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. kh

Aktuell: vom eingeschränkten Regelbetrieb zur erweiterten Notbetreuung
Bislang galt in den Kitas und Kindertagespflegestellen ein eingeschränkter Regelbetrieb mit Kernöffnungszeiten von 8 bis 15 Uhr. Die aktuellen Eindämmungsmaßnahmen sehen ab Montag, 25. Januar, jedoch nur noch eine erweiterte Notbetreuung vor. Das bedeutet: Die Kitas bleiben bis mindestens 14. Februar geschlossen. Ausnahmen gibt es für Kinder mit dringlichem sozialpädagogischen Förderbedarf sowie Kinder, deren Eltern in wichtigen Bereichen (zum Beispiel der Daseinsvorsorge) tätig sind. Eine Betreuung ist zudem für Kinder von Alleinerziehenden sowie in individuellen Notfällen gewährleistet. „Wann immer möglich, sollten die Eltern ihre Kinder zu Hause lassen“, betont Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher: „Die Notbetreuung sei auf dringende Fälle begrenzt.“ Aufgrund des eingeschränkten Angebots verzichtet die Stadt derzeit auf die Erhebung der Kita-Kostenbeiträge.

 

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