15. Juli 2021
Allgemein

Geschichte des Stadtteils lebendig

Die „Eilbeker Tafelrunde“ wird komplettiert

Die Friedenskirche zählt ebenfalls zur „Eilbeker Tafelrunde“ Fotos: sim

EILBEK Box-Weltmeister Max Schmeling (1905–2005) hatte einst in der Hasselbrookstraße gewohnt. Mit 13 Jahren kam er mit seinen Eltern nach Eilbek, verbrachte dort seine Jugendjahre, besuchte die Jungenschule in der Ritterstraße. Sein erstes Taschengeld verdiente Schmeling als Laufbursche für die Neue Eilbeker Apotheke. Darüber informiert eine rote Tafel an der Hasselbrookstraße 14.

Einige Häuser weiter wohnte 1928 ein junger Mann, der ebenfalls Karriere machte, aber auf einem ganz anderen Gebiet. Schriftsteller Hans Fallada (1893–1947) mietete für einige Monate im 1943 zerstörten Vorgängerbau in der Hasselbrookstraße 54 ein zur Bahn gelegenes Zimmer. Seine Zeit in Eilbek schilderte Fallada im 1934 veröffentlichten Roman „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“.

Historischer Rundgang

Das Leben der beiden Männer ist Bestandteil der seit etwa zehn Jahren bestehenden „Eilbeker Tafelrunde“. Der Historische Rundgang kreuz und quer durch den Stadtteil beginnt mit dem Pfahlhaus an der Wartenau 20. Die meist nummerierten Tafeln befinden sich überwiegend an Hauswänden.

Sie weisen auf historische Orte oder Personen der Geschichte in Eilbek hin, bieten interessante Hintergründe über das Arbeiten, Leben und Wohnen in früheren Zeiten. Zu weiteren Stationen gehören zum Beispiel die Alte Eilbeker Apotheke, die Friedenskirche, das ehemalige Theater 53 an der Landwehr, die Gewürzmühle am Hirschgraben, der Hamburger Schachklub, der Sport-Club Eilbek und die Schule in der Wielandstraße.

Demnächst wird die Runde vollendet

Nunmehr soll die „Eilbeker Tafelrunde“ vollendet werden. Der Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek der Bezirksversammlung hat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, aus dem Förderfonds oder aus Sondermitteln bis zu 6000 Euro bereitzustellen. Die Verwaltung sollte zum Beispiel prüfen, wie die restlichen Info-Tafeln kostengünstig aufgestellt werden können.
Bisher wurden 32 der insgesamt 45 angefertigten Tafeln installiert. Die restlichen 13 müssen noch aufgestellt beziehungsweise aufgehängt werden. Nach Angaben im Sachverhalt zum Antrag, den die Bezirksversammlung Wandsbek beschließen wird, sollen noch fünf bis sechs Schilder für die „Eilbeker Tafelrunde“ hinzukommen.

Bestandteil der „Eilbeker Tafelrunde“ ist die Alte Eilbeker Apotheke. Sie gehört zu den ältesten Apotheken Hamburgs

Auch interessant