27. März 2021
Allgemein

„Das fehlende Puzzleteil“

Torhüter Jens Vortmann soll dem Handball Sport Verein zum Aufstieg verhelfen

Torwart

„Ich habe schnell gemerkt, dass ich Teil einer eingeschworenen Truppe bin“, sagt Jens Vortmann, neuer Torhüter des Handball Sport Vereins Hamburg Foto: HSVH

HAMBURG Seine Verpflichtung war vor einigen Wochen ein spektakulärer Coup. Jens Vortmann könnte das fehlende Puzzleteil im Aufstiegskampf sein und soll dazu beitragen, dass dem Handball Sport Verein Hamburg (HSVH) der Sprung in die Erstklassigkeit gelingt. Der 33-jährige Torhüter bringt reichlich Bundesliga-Erfahrung mit, bestritt elf Länderspiele und spielte schon einmal in Hamburg.

„Ich habe schnell gemerkt, dass ich Teil einer eingeschworenen Truppe bin, die Spaß am Handball hat und jeden Tag bereit ist, 100 Prozent zu geben“, sagt Vortmann über sein neues Team. Der Torhüter trägt dazu bei, dass der HSVH noch stärker geworden ist und führte sich mit guten Leistungen in die Mannschaft ein. Dass der erfahrene Routinier überhaupt auf den Markt kam, verdanken die Hamburger den finanziellen Problemen des Zweitliga-Konkurrenten Wilhelmshaven, bei dem der Keeper vorher unter Vertrag stand.
Weil Wilhelmshaven Insolvenz anmelden musste, war für Vortmann lange Zeit nicht klar, ob und in welcher Form es weitergeht.

Deshalb entschied er gemeinsam mit seiner Frau, dass sie mit den beiden Kindern zurück in ihre Heimat Berlin ziehen. „Dort hätten wir dank der Familie wesentlich mehr Unterstützung bei der Betreuung der Kinder gehabt. Zudem bin ich in Berlin an der Uni eingeschrieben, studiere dort Wirtschaftsingenieurwesen und wollte vor Ort meine Masterarbeit zu Ende bringen“, berichtet der Torhüter. Als im Dezember feststand, dass es in Wilhelmshaven weitergeht, habe er sich mit dem Verein geeinigt, einen Teil der Woche in der Hauptstadt zu verbringen. Die Pendelei war aber auf Dauer ziemlich kraftraubend und deshalb war Vortmann froh, als das Angebot aus Hamburg kam.

Zurück in Hamburg

An seinem neuen Arbeitsplatz kannte sich Vortmann bereits gut aus. In der Saison 2015/2016 stand er beim HSV unter Vertrag, verließ die Hansestadt aber nach der Insolvenz des ehemaligen Champions-League-Siegers. „Trainingsstätte und Organisation sind ähnlich. Man merkt auch, dass sich der Verein noch im Aufbau befindet und weiter wachsen will“, sagt Vortmann über Parallelen und Unterschiede zwischen dem alten HSV und dem neuen HSVH. Sein Eindruck sei, dass beim Handball Sport Verein sehr gut und gewissenhaft gearbeitet werde. „Unser Spiel lebt mehr von der mannschaftlichen Geschlossenheit als früher, weil im Gegensatz zum alten HSV nicht mehr die überragenden Individualisten da sind“, so Vortmann.

In Sachen Aufstieg hält er es wie sein Trainer Torsten Jansen und lässt lieber Taten als Worte sprechen. „Natürlich wollen wir die bisher sehr gute Saison weiterhin erfolgreich gestalten. Was dabei herauskommt, werden wir sehen“, erklärt der Keeper. Verein und Mannschaft seien bisher sehr gut damit gefahren, sich einfach nur auf das nächste Spiel zu konzentrieren. „Warum sollten wir daran etwas ändern?“, fragt Vortmann.

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